EDNOS (nicht näher bezeichnete Essstörung)

//EDNOS (nicht näher bezeichnete Essstörung)
EDNOS (nicht näher bezeichnete Essstörung) 2017-12-19T11:56:37+02:00

In der therapeutischen Praxis zeigte sich, daß nicht alle Betroffenen einer Essstörung die definierten Merkmale einer Anorexie, einer Binge-Eating Störung oder Bulimie aufweisen und sich nicht eindeutig einer bisher definierten Essstörungssymptomatik zuordnen lassen. Deshalb wurde zur Klassifizierung eine weitere Kategorie eingeführt, die der „ nicht näher bezeichneten“ Essstörungen, in englisch EDNOS, ( Eating Disorder Not Otherwise Specified).

Beispiele der am häufigsten vorkommenden:

  • Chewing and splitting („Kauen und Ausspucken“) Viel Zeit wird aufgewendet, große Mengen von Nahrung aufzunehmen, nur zu kauen, nicht herunterzuschlucken, sondern ausszuspucken.
  • Dieting (chronisches Diätverhalten): überzogene Gewichtskontrolle durch ständiges Diäteinhalten, das äußerlich wenig auffällt, obwohl die Betroffenen ständig die Essenslimitierung im Auge behalten und ihre Interessen danach ausrichten.  Ein Abendessen in Gesellschaft wird immer umgangen, ein normales soziales Leben  ist nicht mehr leicht möglich.
  • Orthorexia nervosa: Die Bezeichnung stammt vom Griechischen ( orthos= richtig, orexis = Appetit) und meint den krankhaften Zwang gesund zu essen. Subjektiv als ungesund eingestufte Nahrung wird strikt vermieden und nur solche Lebensmittel zu sich genommen, die gesund, biologisch, oder ungespritzt angebaut wurden oder deren Vitamin- und Nährwerte genau ausgewählt werden. Die Angst vor negativen Konsequenzen durch „kontaminiertes“ Essen ist unrealistisch hoch.
  • Bigorexia oder Muskeldysmorphie gibt es noch nicht so lange und ist vor allem bei Männern, die exzessiv Fitnesscenter aufsuchen und body building betreiben, anzutreffen.  Gemeint ist eine Störung des Selbstbildes und die Furcht,  gemessen an bestimmten Idealvorstellungen eine unzureichende Ausprägung der Muskulatur  zu haben.
  • Sport-Anorexie (Anorexia athletica) und Sport-Bulimie Die sportliche Aktivität  ist nicht durch Freude an der Bewegung gekennzeichnet sondern es muss ein striktes Sportprogramm im Sinne einer Zwangshandlung durchgezogen werden. Die Anforderung an die eigene Leistung wird zunehmend erhöht und dabei der Körper wie eine Maschine behandelt. Die Essstörung hat den Zweck,  Fett zu reduzieren und abzunehmen um höhere Leistungen vollbringen zu können
  • Pica-Syndrom Die Bezeichnung stammt aus dem Lateinischen „Pica“ = Vogel, der alles verschwinden läßt, was in seiner Umgebung aufscheint. Betroffene essen dabei ungewöhnliche Dinge wie Papier, Erde usw. wobei es leicht zu Infektionen, Vergiftungen oder Unterernährung kommen kann.